Archiv für Januar 2009
Kreditvergabe in Handel und Industrie
Endlich mal positive Neuigkeiten der Krise zu Trotz! Unternehmen bekommen nicht mehr „Steine in den Weg gelegt“, um Darlehen zu bekommen. In der Industrie und dem weiterverarbeitenden Gewerbe an sich ist die Situation sogar besser geworden! Zwar beschreiben viele befragte Unternehmen die Möglichkeit der Kreditaufnahme als eingeschränkt. Aber alles in allem werden – insbesondere notwendige und vor allem sinnvolle – Kredite von den Banken wieder mehr bewilligt. Das ermöglicht es den Kreditnehmern, notwendige Investitionen zu tätigen. So kann beispielsweise im Einzelhandel dahin investiert werden, dass die Geschäftsausstattung modernisiert wird. So manche Ladeneinrichtung hat eine Renovierung vielleicht noch nicht so nötig. Aber bevor der Kunde ausbleibt weil die Ladeneinrichtung beginnt zu gammeln, kann besser in neue Regale und andere Einrichtungen investiert werden. Bei Renovierung, Geschäftsübernahme oder Neustart eines Geschäfts lohnt sich natürlich auch die Investition in ein neues Kassensystem. Moderne Kassensysteme und Registrierkassen können den Bedürfnissen des Geschäfts optimal angepasst werden. Selbst einfachste Kassen, die von Herstellern angeboten werden, entsprechen der aktuellen Gesetzgebung. So sind diese gut geeignet, dem Kiosk um die Ecke oder dem Zigarettenladen nebenan gute Dienste zu leisten. Die Lottoannahmestelle benötigt da schon ein ausführlicheres Kassensystem. Denn seit Langem werden die Tippscheine über eine online-Verbindung an die jeweiligen Lottozentralen übermittelt. Da gibt es die Systemlösung, dass die Tipp-Übermittlung sofort bei der Lottogesellschaft ankommt und gleichzeitig die Kasse im Lottoladen öffnet um den Bezahlvorgang zu tätigen und innerhalb der Kasse im Laden den Beleg druckt, der als Nachweis für die Buchung dient und der Aufbewahrungsfrist dient. Von diesem Beispiel abgesehen nehmen Handel und Industriebetriebe die Banken bezüglich der Kreditvergabe durchaus in Schutz. Die Kritik an den Banken wird aber auch von Experten relativiert. Denn besonders aus der Politik kommt die Kritik, dass Banken nach den beiden staatlichen Rettungspaketen zu wenig Kredite an Haushalte und Unternehmen vergeben. Dem sein nach Experten und Unternehmenssprechern aber nicht so. Es würden durchaus wieder vermehrt Kredite gegeben. Und auf diesem Weg wird investiert! Wenn nicht zwingend in die Geschäftsausstattung Gelder fließen, dann aber vielleicht in die Arbeitsplatzerhaltung oder sogar in die Schaffung neuer Arbeitsplätze! Und das könnte der springende Punkt sein, der uns an der Krise vorbeischlittern lässt.
WSV und Krise?
Der Winterschlussverkauf in seiner strengen rechtlichen Regelung wurde bereits vor Jahren abgeschafft. In freiwilliger Form wird er vom Handel jedoch nach wie vor als Rabattaktion in den Jahresablauf eingebunden, ebenso wie der Sommerschlussverkauf. Doch gerade in der jetzigen Zeit ist der aktuelle WSV nicht einfach nur eine Rabattaktion. Nach dem durchaus zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft 2008 aber auch der vorangegangenen erheblichen Krise in der Finanz- und der Immobilienbranche ist es wichtig, letzte Winterwaren abzuverkaufen. Denn einerseits muss Lager- und Präsentationsfläche frei werden, um die kommenden Frühlings- und Sommerkollektionen unterzubringen. Andererseits will man noch die Kasse klingeln lassen, bevor die Krise dann vielleicht doch über den Arbeitsmarkt – hier speziell den Arbeitsplatzverlust – beim Verbraucher ankommt. Denn spätestens dann wird sich zeigen, dass Arbeitslosigkeit die Konjunktur bremst. Und eben darum will der Einzelhandel – völlig zu Recht! – versuchen, noch vor der Krise der Talfahrt der Konjunktur ein Schnippchen zu schlagen. Denn vielleicht hat gerade im vergangenen Jahr, als der Arbeitsmarkt boomte, nicht nur in neue Arbeitsplätze investiert sondern vielleicht auch in ein neues Kassensystem oder in eine neue Registrierkasse. Ein größeres Handelsunternehmen täte sich gut daran, regelmäßig das vorhandene Kassensystem dem neuesten technischen und rechtlichen Stand anzupassen. Eine Nachrüstung der Software oder ein neues Teil im Modulbereich ist durchaus möglich. Doch irgendwann ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass ein komplett neues Kassensystem anzuschaffen ist. Doch auch im Kleineren – zum Beispiel im „Kiosk um die Ecke“ – ist eine Kasse sehr wichtig. Allerdings ist hier normalerweise eine einfache Registrierkasse völlig ausreichend. Denn die Registrierkasse kann den rechtlichen Anforderungen für den Kleinbetrieb ebenso gerecht werden wie das große Kassensystem auf Konzernebene. Jedenfalls dürfte es bei manchem Händler Panik verbreiten, wenn er gerade im vergangenen Jahr erheblich investiert hat und nun die Krise vor der Tür steht. Dementsprechend ist er darauf angewiesen, nicht nur zufrieden das Weihnachtsgeschäft zu betrachten, sondern nun auch die Rabattaktion WSV mit einigermaßen guten Einnahmen zu verbuchen. Denn Investitionen wollen gegenfinanziert werden. Idealerweise über gut Umsätze, um aufgenommene Darlehen bedienen zu können. Denn weitere laufende Kosten für z. B. Personal, Energie und Miete sind ja auch nicht zu vernachlässigen. Alles in allem denke ich aber, dass es dem Einzelhandel nicht ganz so schlecht geht. Denn Dinge des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygieneartikel, usw.) werden immer gekauft – es geht schlicht nicht ohne. Und auch Kleidung wird immer benötigt. Selbst wenn die Verbraucher hier preisbewusster geworden sind und stattdessen im Bereich Qualität Abstriche machen. Es müssen ja nicht immer die teuersten Luxusartikel sein. Ebenso zieht es sich sicher über viele andere Branchen (Elektro, Möbel), aber dennoch wird bei so manchem Luxushändler weiter die Kasse klingeln.