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WSV und Krise?

Der Winterschlussverkauf in seiner strengen rechtlichen Regelung wurde bereits vor Jahren abgeschafft. In freiwilliger Form wird er vom Handel jedoch nach wie vor als Rabattaktion in den Jahresablauf eingebunden, ebenso wie der Sommerschlussverkauf. Doch gerade in der jetzigen Zeit ist der aktuelle WSV nicht einfach nur eine Rabattaktion. Nach dem durchaus zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft 2008 aber auch der vorangegangenen erheblichen Krise in der Finanz- und der Immobilienbranche ist es wichtig, letzte Winterwaren abzuverkaufen. Denn einerseits muss Lager- und Präsentationsfläche frei werden, um die kommenden Frühlings- und Sommerkollektionen unterzubringen. Andererseits will man noch die Kasse klingeln lassen, bevor die Krise dann vielleicht doch über den Arbeitsmarkt – hier speziell den Arbeitsplatzverlust – beim Verbraucher ankommt. Denn spätestens dann wird sich zeigen, dass Arbeitslosigkeit die Konjunktur bremst. Und eben darum will der Einzelhandel – völlig zu Recht! – versuchen, noch vor der Krise der Talfahrt der Konjunktur ein Schnippchen zu schlagen. Denn vielleicht hat gerade im vergangenen Jahr, als der Arbeitsmarkt boomte, nicht nur in neue Arbeitsplätze investiert sondern vielleicht auch in ein neues Kassensystem oder in eine neue . Ein größeres Handelsunternehmen täte sich gut daran, regelmäßig das vorhandene dem neuesten technischen und rechtlichen Stand anzupassen. Eine Nachrüstung der Software oder ein neues Teil im Modulbereich ist durchaus möglich. Doch irgendwann ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass ein komplett neues Kassensystem anzuschaffen ist. Doch auch im Kleineren – zum Beispiel im „Kiosk um die Ecke“ – ist eine sehr wichtig. Allerdings ist hier normalerweise eine einfache Registrierkasse völlig ausreichend. Denn die Registrierkasse kann den rechtlichen Anforderungen für den Kleinbetrieb ebenso gerecht werden wie das große Kassensystem auf Konzernebene. Jedenfalls dürfte es bei manchem Händler Panik verbreiten, wenn er gerade im vergangenen Jahr erheblich investiert hat und nun die Krise vor der Tür steht. Dementsprechend ist er darauf angewiesen, nicht nur zufrieden das Weihnachtsgeschäft zu betrachten, sondern nun auch die Rabattaktion WSV mit einigermaßen guten Einnahmen zu verbuchen. Denn Investitionen wollen gegenfinanziert werden. Idealerweise über gut Umsätze, um aufgenommene Darlehen bedienen zu können. Denn weitere laufende Kosten für z. B. Personal, Energie und Miete sind ja auch nicht zu vernachlässigen. Alles in allem denke ich aber, dass es dem Einzelhandel nicht ganz so schlecht geht. Denn Dinge des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygieneartikel, usw.) werden immer gekauft – es geht schlicht nicht ohne. Und auch Kleidung wird immer benötigt. Selbst wenn die Verbraucher hier preisbewusster geworden sind und stattdessen im Bereich Qualität Abstriche machen. Es müssen ja nicht immer die teuersten Luxusartikel sein. Ebenso zieht es sich sicher über viele andere Branchen (Elektro, Möbel), aber dennoch wird bei so manchem Luxushändler weiter die klingeln.

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